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Online zur Amateurfunkprüfung Klasse A von E. Moltrecht, DJ4UF |
Lehrgang nach dem neuen Fragenkatalog vom 28.2.2007
In dieser Lektion geht es um die Praxis von Empfängern und Transceivern, um deren Eigenschaften, die Zusammenschaltung mit Vorsatzgeräten. Diese Kenntnisse sollen Sie in die Lage versetzen, beim Kauf von Funkgeräten auf Qualitätsmerkmale achten zu können.
Der Empfangsamateur (SWL, short wave listener) oder der noch nicht lizenzierte Funkamateur wird sich zunächst einen guten Empfänger zulegen wollen. Worauf muss man bei der Beurteilung eines Empfängers achten? Die Empfänger sind von unterschiedlicher Qualität, was sich natürlich auch auf den Preis auswirkt. Das wichtigste Kriterium für einen SWL, der auch den Amateurfunk abhören will, ist das Vorhandensein eines guten Demodulators für SSB.
EmpfindlichkeitEine sehr wichtige Eigenschaft eines Empfängers ist die
Empfindlichkeit. Im Prinzip besagt diese, wie stark ein Signal empfangen werden
muss, dass es über dem Geräuschpegel liegt, den der Empfänger selbst produziert.
Das thermische Rauschen ist eines dieser störenden Geräusche.
Der Rauschabstand ist das Verhältnis von Nutzleistung
(Signalleistung) zu Rauschleistung (Störleistung). Er wird meist in Dezibel (dB)
angegeben. Ist der Rauschabstand 0 dB, ist der Rauschpegel gleich groß wie der
Signalpegel und ein Morse- oder Sprachsignal im Normalfall unlesbar. Der Rauschabstand wird in den Prospekten abgekürzt mit S/N (signal to noise) oder mit S+N/N (signal plus noise to noise), also das Signal + Rauschen zum Rauschen allein. So wird in der Praxis meistens gemessen. Gelegentlich wird die Abkürzung SINAD (signal, noise and distortion) verwendet, was soviel bedeutet wie Signal plus Rauschen plus Verzerrungen zu Rauschen plus Verzerrungen. Die verursachte Rauschleistung PR an einem passiven Widerstand ist abhängig von der Temperatur und der übertragenen Bandbreite. Dazu gibt es folgende Formel, die hier aber nur für die Erläuterung weiterer Eigenschaften wiedergegeben wird. Sie brauchen damit nicht rechnen zu können. Mit der oberen Formel berechnet man die Rauschleistung und mit der unteren die Rauschspannung bei Anpassung.
Die Zahl 293 ist die absolute Temperatur in Kelvin, die sich aus der Zimmertemperatur (angenommen 20° C) plus 273 (absoluter Nullpunkt -273 °C) ergibt. Daraus ergibt sich die Grenzempfindlichkeit. Wenn der Empfänger kein Eigenrauschen hätte, würde ein Signal von 25 nV (Nanovolt!) genau so laut erscheinen wie das Rauschen. Besser geht’s nicht! Prüfungsfrage
Die Abhängigkeit des thermischen Rauschens von der Bandbreite des Empfängers kann in der Praxis genutzt werden. Man sollte den Empfänger immer auf die minimal nötige Bandbreite einstellen. Ein Beispiel zeigt die folgende Prüfungsaufgabe. Prüfungsfrage
Lösung: Da die Rauschleistung proportional der Bandbreite ist, sinkt die Rauschleistung auf ein Fünftel. Das Rauschen am Empfängerausgang wird also um 7 dB geringer. Hier genügt eine Abschätzung: 20 dB wäre ein Hundertstel der Leistung (10 dB bedeutet zehnfach).
Rauschzahl FJedes elektronische Bauelement im Empfänger produziert ein Eigenrauschen, das sich am Ausgang dem verstärkten Signal überlagert. Die Rauschzahl F gibt das Verhältnis des Rauschabstands am Empfängereingang zum Rauschabstand am Demodulatoreingang an. Mit diesem „Rauschfaktor“ F müssen also die Rauschformeln erweitert werden. Gibt ein Hersteller für einen Empfänger als Empfindlichkeit eine Rauschzahl F=3 an, so bedeutet dies, dass der Empfänger dreimal so viel Leistung (oder ) mal so viel Spannung benötigt wie die theoretische Grenzempfindlichkeit. Häufig wird dieser Wert noch in dB umgerechnet. Dieser Wert wird dann als Rauschzahl F bezeichnet. Die Rauschzahl F (noise figure) in dB gibt an, um wie viel das Signal-Rausch-Verhältnis am Demodulatoreingang schlechter wird, als am Empfängereingang.
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Tipp: Rauschzal F=2 bedeutet, dass doppelte Leistung (3 dB) benötigt wird. Prüfungsfrage
Tipp: Das Signal-Rausch-Verhältnis ist um 1,8 dB etwas geringer (schlechter) geworden. Solange die von der Antenne aufgenommene Rauschspannung größer bleibt als das vom Empfänger hervorgerufene Rauschen, ist die Empfindlichkeit der gesamten Anlage nur durch das Außenrauschen bestimmt. Dies ist im Lang-, Mittel- und Kurzwellengebiet der Fall. Im Kurzwellenbereich nimmt das Außenrauschen erst oberhalb 10 MHz stark ab. Im Kurzwellenbereich bestimmen das atmosphärische Rauschen und die durch Maschinen und Geräte entstandenen Störungen die Rauschzahl des Empfangssystems. Bei Kurzwellenempfängern ist eine Rauschzahl unter 10 dB nicht sinnvoll. Die Angabe der Empfindlichkeit durch die Rauschzahl wird deshalb erst bei Frequenzen oberhalb von 30 MHz, aber nicht bei Frequenzmodulation angewendet. Besonders bei Satelliten-Konvertern findet man diese Rauschzahl in dB. Dadurch, dass die Empfangsantenne nach oben ausgerichtet ist, bestimmt das Rauschen des Weltraums (galaktisches Rauschen) die Empfindlichkeit. Bei Empfängern für den Lang-, Mittel- oder Kurzwellenbereich und auch bei FM wird die Empfindlichkeit eines Empfängers durch die so genannte Betriebsempfindlichkeit angegeben. Sie gibt die Spannung des kleinsten Signals an, das am Eingang anliegen muss, damit am Empfängerausgang für die betreffende Betriebsart der angegebene Störabstand entsteht. Beispielsweise wird eine Empfindlichkeit von 0,25 µV für 10 dB Rauschabstand angegeben. Im Kurzwellenbereich braucht die Empfindlichkeit nicht unter 1 µV bei 10 dB Rauschabstand zu liegen, da das Außenrauschen sowieso darüber liegt. Prüfungsfrage
Die erste Stufe im Empfangssystem bestimmt die Rauschzahl und damit die Empfindlichkeit. Denn das Rauschen der ersten Stufe wird von allen weiteren Stufen mitverstärkt.
Ein vorhandener Vorverstärker (VV) für 144 MHz oder für 430 MHz, oder erst recht für das 23-cm-Band, muss möglichst nah an der Antenne montiert werden, damit das Kabel zwischen Antenne und Empfängereingang mit seiner Dämpfung die Rauschzahl nicht verschlechtert.
Beispielsweise wird ein LNC (low noise converter) für den Satellitenfunk direkt in der Antenne montiert. Dort befindet sich außerdem die erste Mischstufe, die das Empfangssignal im Frequenzbereich heruntersetzt (Konverter), um die Kabeldämpfung zwischen Konverter und dem eigentlichem RX (Receiver) zu verringern. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Die Empfindlichkeit kann durch starke HF-Signale in der Nähe der Empfangsfrequenz beeinträchtigt werden. Diese starken Signale können den ZF-Verstärker passieren und eine Regelspannung (siehe Abschnitt HF-Regelung) erzeugen.
Prüfungsfrage
Die SelektivitätSelektivität oder Trennschärfe bedeutet, wie gut ein Empfänger das gewünschte Signal von den benachbarten Signalen trennen kann. Verantwortlich ist die Durchlasskurve des ZF-Filters.
Der Empfänger mit der Selektionskurve B hat natürlich die besseren Eigenschaften. Man kann die Selektionskurve durch den Shapefaktor beschreiben. Dieser Formfaktor gibt des Verhältnis der Bandbreite bei -60 dB zur Bandbreite bei -6 dB an.
Lösung: Der Formfaktor der Durchlasskurve (Shapefaktor) beträgt 3,3 kHz geteilt durch 2,3 kHz gleich 1,44. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
HF-RegelungAlle gut aufnehmbaren Signale zwischen S5 und weit über S9 sollen auch bei SSB ungefähr gleich laut aus dem Lautsprecher kommen. Bei 40 dB Unterschied ist dies ein Leistungsverhältnis von 10 000. Also würde das stärkere Signal 10000mal mehr NF-Leistung erzeugen, wenn der Empfänger dies nicht ausgleichen würde. Dieser Ausgleich geschieht mit der AGC (automatic gain control), was soviel wie automatische Lautstärkeregelung bedeutet. Dazu wird hinter dem Demodulator eines Empfängers die Höhe des Pegels „gemessen“ und je nach Stärke werden die Verstärkerstufen auf entsprechende Verstärkung geregelt.
Ein Transceiver hat üblicherweise einen Einstellknopf „RF-gain“ (Hochfrequenzverstärkung), den man auch HF-Regler nennt. Mit diesem Einstellknopf gibt man eine zusätzliche Gleichspannung auf den AGC-Verstärker und täuscht dem Gerät damit ein stärkeres Signal vor. Die Verstärkung wird dadurch heruntergeregelt. Eine etwas andere Wirkung hat die Rauschsperre (Squelch). Man gibt eine Gleichspannung auf den NF-Verstärker. Solange die AGC nicht größer ist, als die eingestellte Squelch-Spannung, sperrt der NF-Verstärker und lässt keine Signale durch. Dadurch kann man der Empfänger auf Empfang eingeschaltet lassen, ohne dass ein lästiges Hintergrundrauschen stört. Erst wenn ein lesbareres Signal die eingestellte Schwelle überschreitet, kann man das Signal hören. Der Squelch wird überwiegend in der Betriebsart FM eingesetzt. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
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Prüfungsfrage
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StörungsverminderungUm Störsignale dämpfen zu können, verwenden einige Transceiver eine sogenannte Passband-Tuning (IF-Shift, ZF-Shift). Diese ZF-Verschiebung erlaubt es, die Mittenfrequenz des Empfangsfrequenzbandes so zu verschieben, dass ein Störträger durch die steile Flanke des ZF-Filters gedämpft werden kann, ohne dass die korrekte Überlagerungsfrequenz bei CW oder SSB verfälscht wird.
Im Bild A sind gewünschtes Empfangssignal und Störsignal in der Durchlassbandbreite des ZF-Filters. Wird die Filterkurve verschoben, kann wie im Fall B gezeigt wird, das Störsignal aus der Filterkurve gelangen und dadurch gedämpft werden. Dies funktioniert nur korrekt, wenn gleichzeitig die Überlagerungsfrequenz (BFO) in der richtigen Weise mit verschoben wird, damit die Frequenzlage der Modulation bei SSB oder die Tonhöhe bei CW erhalten bleibt. Schaltungstechnisch wird dafür das ZF-Signal mit einer ersten Mischstufe in einen anderen Frequenzbereich verschoben und dann mit der gleichen veränderbaren Oszillatorfrequenz wieder in den ursprünglichen ZF-Bereich zurück gemischt.
Eine einstellbare Bandbreite erreicht man mit der Variable Bandwidth Tuning VBT, auf Deutsch: Bandbreiteneinstellung. Diese erlaubt die stufenlose Einstellung ohne eine große Anzahl verschiedener teurer Filter. Durch eine der ZF-Shift ähnliche Schaltung werden die Durchlasskurven von zwei steilflankigen Filtern so gegeneinander verschoben, dass die effektive Durchlasskurve nur aus der Überdeckungszone der beiden Filter besteht.
Die Schaltung für die Variable Bandwidth Tuning VBT ähnelt der von Passband-Tuning mit einem gemeinsamen Oszillator und zwei Mischstufen. Allerdings sind zwei gleiche Filter hinter die Mischstufen geschaltet.
Häufig tauchen bei einer Funkverbindung irgendwelche Störträger mit konstanter Frequenz auf, die beispielsweise durch Intermodulation entstehen. Solche einzelnen Störsignale können mit einem Notchfilter (notch = Kerbe) ausgelöscht werden. Dieses Kerbfilter erzeugt gewissermaßen ein Loch im Durchlassband der ZF.
In der modernen DSP-Technik (digital signal processing) lassen sich gleichzeitig mehrere Störfrequenzen auskerben („Notchen“). Dabei wird das Niederfrequenzsignal digitalisiert und dann auf Wunsch konstante Frequenzen herausgerechnet, die dadurch gedämpft werden. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Ein Störbegrenzer bei Amplitudenstörungen, die beispielsweise durch Zündfunken von Motoren, statische Entladungen bei Gewittern, Elektrozäunen usw. entstehen ist der Audio Noise Limiter ANL. Er begrenzt die Spitzenspannung auf den jeweiligen maximalen NF-Pegel.
Während der Störbegrenzer den Pegel der Störungen nur auf die maximale Lautstärke des NF-Signals begrenzt, ist der Störaustaster (noise blanker NB) viel wirksamer, da er für die Zeit der Störungen die Lautstärke vollkommen auf Null reduziert. Er sperrt für die Zeit der Störungen die ZF oder die NF des Empfängers komplett.
Der Störaustaster ist zwar wesentlich wirksamer als der Störbegrenzer, jedoch ist der Schaltungsaufwand viel höher, wie man an folgender Blockschaltung erkennen kann. Es werden die Störimpulse herausgefiltert (selektiert), verstärkt und damit eine Torschaltung gesteuert, die das ZF-Signal für die Dauer der Störimpulse sperrt. Die Dämpfung der Störimpulse ist also beim Störaustaster viel stärker als beim Störbegrenzer.
GroßsignalfestigkeitEin sehr wichtiges Gütekriterium für einen Empfänger ist die Großsignalfestigkeit. Über die Antenne eines Empfängers gelangen gleichzeitig so viele Signale, aus denen das gewünschte Signal herausgefiltert werden muss. Eine gute Trennschärfe ist eine wichtige Voraussetzung. Diese wird durch die Steilflankigkeit des Filters im ZF-Verstärker bestimmt (siehe Lektion 10). Aber selbst bei einem sehr guten Filter tritt das Problem auf, dass starke Signale vor der ZF-Stufe sich gegenseitig beeinflussen und dabei Mischprodukte erzeugen, die in den ZF-Bereich gelangen. Dort kann auch das beste Filter diese nicht mehr vom Nutzsignal trennen. Das Problem liegt in der ersten Mischstufe. Um die Zwischenfrequenz erzeugen zu können, muss die Mischstufe zwei Signale miteinander multiplizieren wie bei einem Modulator (Lektion 2). Reine Frequenzmultiplikatorschaltungen sind sehr aufwendig. Deshalb verwendet man häufig nur eine Multiplikation durch „Spiegelung“ an einer quadratischen Kennlinie (additive Mischstufe) nach dem Prinzip
Der mittlere Term bewirkt die Multiplikation. Häufig aber sind die Kennlinien der verwendeten Bauelemente nicht rein quadratisch, sondern enthalten kubische Anteile (x3 oder 3. Ordnung). Es entstehen neue Produkte aus 2a ± b oder 2b ± a oder in Frequenzen ausgedrückt 2 f1 ± f2 oder 2 f2 ± f1. Bei nichtlinearen Kennlinien treten auch Anteile mit x5, 5. Ordnung oder x7, 7. Ordnung auf, wobei folgende Frequenzen entstehen. (Für die Intermodulation sind nur die Differenzen wichtig.)
Lösung: Trägt man diese Frequenzen in ein Diagramm ein, erkennt man, dass nun neue Frequenzen entstanden sind, die in den Amateurfunkbereich fallen. Diese neuen Frequenzen nennt man Intermodulationsprodukte, die Erscheinung heißt Intermodulation. Eine Reduzierung von Intermodulationsprodukten, die durch außerhalb der Amateurfunkbänder liegende, starke Sender erzeugt werden, kann durch passive, steilflankige Filter vor der ersten HF-Stufe erreicht werden, die nur noch Signale innerhalb des Bandes durchlassen.
Wie stark diese Intermodulationsprodukte unterdrückt sind, hängt von der Linearität des Eingangsverstärkers beziehungsweise von der Mischstufe des Empfängers ab. In obigem Bild wurde angenommen, dass beispielsweise die Intermodulationsprodukte dritter Ordnung 50 dB schwächer sind als die Sendersignale (IMA3 = Intermodulationsabstand 3. Ordnung). Dieser Intermodulationsabstand ist aber auch abhängig von der Stärke der Sendersignale. Deshalb hat der IMA keine große Aussagekraft für die Güte eines Empfängers. Der IMA wird immer kleiner, je größer die zwei sich mischenden Sendersignale sind. Bei einer bestimmten Stärke der Sendersignale ist der Intermodulationsabstand null. Diesen Punkt bezeichnet man als „Interception Point“ IP. Er wird üblicherweise auf die stärkeren Intermodulationsprodukte dritter Ordnung bezogen und heißt dann IP3 (englisch: 3rd order IP). Er besagt, wie stark in dBm zwei Sendersignale sein dürfen, bis der Intermodulationsabstand zu null geworden ist. Wenn dieser ehrlich angegeben wird, ist er eine gute Aussage über das Großsignalverhalten eines Empfängers. Für den Empfang selbst interessiert aber der wirkliche Intermodulationsabstand IMA. Diesen kann man verbessern, indem die ankommenden Signale dämpft. Allerdings dämpft man damit auch das Nutzsignal. Aber ein störungsfreier Empfang ist wichtiger als die absolute Signalstärke.
Eine weitere Empfangsstörung ist die Kreuzmodulation. Diese tritt gelegentlich im VHF- oder UHF-Bereich auf und äußert sich folgendermaßen. Bei Empfang einer Station vorwiegend in der Betriebsart FM hört man plötzlich ein zweites Signal einer anderen Station vollkommen verständlich und unverzerrt im Hintergrund. Durch Übersteuerung der Eingangsstufe oder der ersten Mischstufe kann es vorkommen, dass die Modulation des Senders auf den Träger eines anderen übertragen und schließlich mit diesem Träger auch demoduliert wird. Abhilfe wie bei Intermodulation: Eingangssignal dämpfen. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Der Transceiver
Die LeistungModerne Kurzwellen-Transceiver haben Sender mit Ausgangsleistungen von 100 bis 200 Watt. QRP-Transceiver für Kurzwelle haben Leistungen von 10 bis 20 Watt. UKW-Transceiver haben meistens Leistungen zwischen 10 und 50 Watt. Von der maximalen Ausgangsleistung sollte man seine Kaufentscheidung nicht abhängig machen. Häufig wird man sich später noch eine Linearendstufe kaufen oder bauen, die mit einer Eingangsleistung von 50 bis 100 Watt bei Kurzwellen-Endstufen bzw. 10 Watt bei UKW-Endstufen schon die volle Ausgangsleistung liefert.
BetriebsartenPrüfungsfrage
Übliche Betriebsarten eines Kurzwellen-Transceivers sind SSB (LSB, USB), CW, RTTY und FM. UKW-Transceiver gibt es in zwei Ausführungen: FM und Allmode. Der Allmode-UKW-Transceiver hat außer FM noch die Betriebsarten SSB und CW. Moderne Transceiver sind für digitale Betriebsarten eingerichtet. Sie besitzen einen AFSK-Eingang für PSK31, RTTY, SSTV, Pactor oder Packet Radio. UKW-Transceiver für die Betriebsarten FM und digitale Betriebsarten (FAX, SSTV, Packet Radio) werden Datentransceiver genannt.
FrequenzbereicheNatürlich soll ein Kurzwellen-Transceiver den gesamten Frequenzbereich von 160 m bis 10 m umfassen. Ältere Geräte enthalten das 160-m-Band nicht oder es fehlen die so genannten WARC-Bänder 30 m, 17 m, 12 m, die erst später für den Amateurfunk freigegeben wurden. Bei UKW-Transceivern hat sich die Kombination von 2-m- und 70-cm-Transceiver durchgesetzt. Modernste Transceiver vereinigen bereits Kurzwelle und Ultrakurzwelle in einem Gerät.
Dieser Mobil-Transceiver von ICOM beispielsweise vereinigt alle Kurzwellenbänder, plus VHF 50 MHz, plus 2-m-Band und 70-cm-Band für alle Betriebsarten einschließlich Packet Radio und liefert bei einer Größe eines Autoradios eine Ausgangsleistung von 100 W. Im Kurzwellenbereich haben die Empfänger meistens einen durchgehenden Frequenzbereich von 100 kHz (Langwelle) bis 30 MHz. Die Sender sind aber auf die Amateurfunkbänder beschränkt, um einem Missbrauch vorzubeugen. Üblich ist heute die so genannte Menütechnik. Man hat nicht mehr für jede Einstellung einen Knopf oder eine Taste, sondern Multifunktionstasten, die ihre Funktion je nach Einstellung verändern. Damit ist die immer kleiner werdende Frontplatte nicht mehr mit Knöpfen und Schaltern überladen.
FrequenzanzeigeBei den älteren, analog anzeigenden Transceivern konnte man die Frequenz nicht viel genauer als ±100 Hz einstellen. Die Linearität dieser analogen Anzeige ist nicht hundertprozentig. Zur Überprüfung der Frequenzanzeige solcher Empfänger baute man zuschaltbare quarzgesteuerte Frequenzmarken-Generatoren in den Empfänger ein. Diese erzeugen üblicherweise alle 100 Kilohertz ein „Marker“-Signal. Man konnte mit dieser Hilfe die Analogskala für diese Frequenzen kalibrieren, in der Hoffnung, dass dazwischen die Linearität gut genug war. Vor allem waren diese Marken für die Beachtung der Bandgrenzen wichtig. Prüfungsfrage
Heutzutage hat man nur noch Digitalanzeigen. Manche Geräte können bis auf 1 Hertz genau die Frequenz anzeigen, andere nur bis 10 Hz. Allerdings sagt eine 1-Hz-Anzeige nicht, dass die Frequenz auch auf 1 Hz genau ist. Beachten Sie die Angaben des Herstellers über die Frequenzgenauigkeit, die in ppm (siehe Lektion 1) angegeben wird. Prüfungsfrage
Hinweis: So schlecht, wie in diesem Beispiel, ist heutzutage kein Transceiver mehr.
RIT - Split-BetriebManchmal benötigt man in Gesprächsrunden eine Empfängerfeinverstimmung, ohne dass sich die Sendefrequenz dabei ändert, denn nicht immer sind alle Stationen exakt auf der gleichen Frequenz. Diese Frequenzveränderung von zirka maximal 10 kHz am Empfänger nennt man "Receiver Incremental Tuning" (RIT) oder auch "Clarifier". Beim normalen Funkbetrieb sollte man darauf achten, dass die RIT beim Beginn der Funkverbindung ausgeschaltet ist, damit man nicht auf der falschen Frequenz anruft. Moderne Transceiver haben zwei VFOs. Damit ist Split-Funkbetrieb möglich. Besonders bei DXpeditionen sendet die DX-Station auf einer anderen Frequenz als die anrufenden Stationen. Der OP sagt dann im Laufe des QSOs, dass man beispielsweise im Frequenzbereich .280-.300 anrufen soll, während er selbst auf .250 sendet. Prüfungsfrage
KompressorBeim Sendebetrieb möchte man besonders bei DX-Funkbetrieb eine immer volle Aussteuerung des Senders auch bei leiseren Sprachsignalen erreichen. Dazu haben manche Transceiver einen Speech Processor. Dieser hebt automatisch bei leiseren Signalen die Verstärkung des Modulationsverstärkers an und reduziert diese wieder bei lauteren Passagen. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Prozessor die Verstärkung regelt, kann am Transceiver eingestellt werden. Bei einer geringen Zeitkonstante wird beim normalen Sprechen zwischen den Lauten bereits geregelt, wodurch die Modulation verfälscht wird. Bei schlechten Ausbreitungsverhältnissen ist diese Einstellung empfehlenswert, nicht aber beim normalen QSO mit Signalen über S9. Ein Kompressor verhindert eine Übersteuerung des Senders nicht. Es wird nur der mittlere Lautstärkepegel angehoben.
ClipperGanz anders arbeitet ein Clipper, obwohl die gleiche Wirkung erzielt wird, nämlich den mittleren Modulationsgrad zu erhöhen. Bei richtiger Einstellung aber wird beim Clipper der Sender immer voll ausgesteuert, ohne dass er übersteuert werden kann. Dies geschieht durch Begrenzung des Signals mit anschließender Unterdrückung der entstehenden Oberwellen durch einen Tiefpass.
Wenn man ein Signal, wie es in Bild A dargestellt ist, einem Begrenzer zuführt, werden alle Signale ab einer bestimmten Höhe begrenzt. Scharfe Kanten eines Signals aber bedeuten, dass Oberwellen entstehen, welche die Bandbreite des Signals erhöhen würden. Deshalb wird das Signal über einen Tiefpassverstärker geschickt. Damit werden die Ecken wieder abgerundet. Man sieht im Bild C im Vergleich zu Bild A, dass im Prinzip die leisen Signale angehoben worden sind. Wegen der Begrenzung kann das Signal auch bei noch so lautem Sprechen nicht größer werden und den Sender übersteuern. Allerdings ist die große Amplitude doch etwas breiter geworden und das Signal klingt ein wenig „hart“. Diese Modulation ist nur für Extremfälle bei schlechten Bedingungen geeignet. Bei normalen Ausbreitungsbedingungen und guten Signalen sollte man den Clipper ausschalten.
DSPIm modernen Zeitalter der digitalen Signalverarbeitung gibt es einen Clipper, der das Signal nicht mehr so stark verfälscht. DSP kommt von Digital Signal Processing und bedeutet Digitale Signalverarbeitung. Es wird das analoge NF-Signal zunächst in ein digitales Signal umgewandelt, verarbeitet und wieder in ein analoges Signal zurückverwandelt.
DSP kann überall in der NF-Technik und auch im ZF-Bereich angewendet werden. Ein Beispiel ist der Clipper in DSP-Technik. Bei einem DSP-Clipper werden leise Signale mehr verstärkt als laute und das bei jeder einzelnen Signalschwingung. Es wird das digitalisierte Signal für wenige Millisekunden in einen Speicher gebracht. Dort wird von jeder einzelnen Halbwelle der Scheitelwert bestimmt und mit einem Multiplizierer alle Werte einer Halbwelle entsprechend mehr oder weniger verstärkt.
Bei dieser Art des Clippers bleibt jede einzelne Sinusschwingung weiterhin sinusförmig. Es entstehen keine Verzerrungen durch Begrenzung und damit auch keine Oberwellen. Ein Tiefpass ist nicht nötig. Bei einem DSP-Clipper bleibt die Sprachqualität gut. Die Gegenstationen vermuten nicht den Einsatz eines Clippers. Der Sender kann nun auf optimale Aussteuerung eingestellt werden. Die Aussteuerung ist fast unabhängig von der Mikrofonlautstärke. Wie bei jedem Clipper erhöht sich die mittlere Sendeleistung und damit die Lautstärke beim Empfänger, ohne dass die Senderspitzenleistung erhöht wird. DSP wird nicht nur beim Sender zur Signalkomprimierung eingesetzt, sondern kann auch im Empfänger mannigfaltige Aufgaben übernehmen. Beispielsweise kann störendes Rauschen oder ein störender Träger herausgerechnet werden (noise filter oder noise blanker). Oder man erreicht damit eine zusätzliche Filterwirkung, indem hohe oder niedrige Tonfrequenzen vermindert werden. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
VOX — PTTVOX ist eine Abkürzung für Voice Control und bedeutet Sprachsteuerung. Damit ist gemeint, dass man den Transceiver von Empfang auf Senden einfach dadurch umschalten kann, dass man in das Mikrofon spricht. Aus der verstärkten Mikrofonspannung wird ein Steuersignal gewonnen, mit dem der Transceiver umgeschaltet wird. PTT bedeutet Push To Talk, was übersetzt etwa heißt: „Drücke, um zu sprechen“. In ein Mikrofon für Amateurfunkgeräte ist häufig ein Umschalter eingebaut, auf den man drücken muss, um den Transceiver von Empfang auf Sendung umzuschalten. Für ein flüssiges Gespräch, bei dem abwechselnd immer nur ein Satz gesprochen wird, eignet sich die VOX recht gut. Bei längeren Durchgängen sollte man besser die PTT benutzen, um das häufig nicht zu überhörende Umschalten des Transceivers zu vermeiden. Die Abfallzeitkonstante der VOX lässt sich üblicherweise einstellen. Man sollte diese an seine Sprechgewohnheiten anpassen. Eine „Anti-VOX-Schaltung“ bewirkt, dass die VOX nicht durch ein über den Lautsprecher rückgekoppeltes NF-Signal ausgelöst werden kann. Die Anti-VOX muss sorgfältig eingestellt werden. Sie ist abhängig vom Aufstellungsort des Lautsprechers. Bei Telegrafie schaltet die VOX beim Tasten auf Senden und gibt in den Tastpausen nach einer einstellbaren Verzögerungszeit den Empfänger frei. Man nennt dies auch Semi-Break-In (Semi-BK). Die Umschaltspannung wird aus dem Mithörtonerzeuger gewonnen. Wird der Transceiver bei Telegrafie nicht auf VOX-Betrieb gestellt, muss zum Umschalten die PTT verwendet werden. Prüfungsfrage
Prüfungsfrage
BegleitbuchDieser Online-Lehrgang wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors aus seinem Buch für das Internet umgewandelt.
Dieser Lehrgang basiert auf dem Prüfungsfragenkatalog 2007 der Bundesnetzagentur (BNetzA). Alle darin vorkommenden Themen wie Grundlagen der Elektrotechnik, Elektronik sowie Sender- und Empfängertechnik, Übertragungstechnik, Antennentechnik und Messtechnik aus dem Gebiet "Technische Kenntnisse" werden ausführlich erläutert. Die Erfahrung mit praktischen Lehrgängen wird genutzt, um den Prüfling in die Lage zu versetzen, jede Frage aus dem Fragenkatalog richtig zu beantworten. Dieses Buch ist auch sehr gut für das Selbststudium geeignet. Dieser Lehrgang baut auf dem Lehrgang für die Klasse E auf. Sie sollten also erst den Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis Klasse E durchgearbeitet haben oder zumindest bei Verweisen dort nachlesen können.
*) Wenn Sie noch vor dem 1. Juni die Prüfung Klasse A (nach dem alten
Fragenkatalog Klasse 1+2) machen wollen, sollten Sie sich dieses Buch besorgen,
denn es wird in Kürze ausverkauft sein. Bis Ende Mai wird noch nach dem alten
Fragenkatalog geprüft.
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